Lübeck Gründungsviertel


Wettbewerb, 2. Rundgang




3 STADTHÄUSER FÜR LÜBECK

M U D L A F F  &  O T T E

A r c h i t e k t e n  P a r t G m b B

Die von uns gestaltete Fassade des 11,5 m Hauses nimmt Bezug zum ursprünglichen Erscheinungsbild der Lübecker Stadthäuser aus der Renaissance Zeit mit eher waagerechter Betonung.

Die Fensteranordnung im Giebel wird horizontal gestapelt.  In der ansonsten reduzierten, flächigen Klinker-Lochfassade im Kreuzverband treten im Bereich der Geschossdecken horizontale Binder hervor und gliedern die Fassade zusätzlich anlog zu einem Fries / Architrav. Ausschließlich über die Einfärbung der Fuge zeichnet sich im Satteldachgiebel ein bündiger Stufengiebel ab. Die Fenster im Giebel haben besonders tiefe Laibungen, die ebenfalls Bezug zu den historischen tiefen Luken der Lagerräume im Giebel nehmen.

Das Normalgeschoss erhält Brüstungsfenster mit fassadenbündiger Festverglasung sowie Öffnungsflügel mit tiefer Laibung.

Die fassadenbündigen Fenster und Zugänge im Erdgeschoss sowie der Durchgang zum Hof spielen mit der Symmetrie und Stufenausbildung der Fassade.

Der zweiflüglige Hauseingang im Sockelgeschoss ist rechts angeordnet um im Grundriss die optimal zugeschnittene Gewerbefläche zu ermöglichen und in den Geschossen eine möglichst optimale Fläche in Nord – Süd Ausrichtung zu gewährleisten.w

Die Gewerbefläche hat ihren eigenen repräsentativen Zugang von der Straße. Der Durchgang zum Hof, aus der Typologie untergeordnet ausgebildet, ermöglicht die Erschließung des Seitenflügels, der hier als autarke Wohnung / Studio dient und nicht weiter mit dem Vorderhaus verbunden ist.

Die Regelgeschosse ermöglichen Vier-Zimmer-Wohnungen mit einem nördlichen Balkon innerhalb des zulässigen Baukörpers von 13,5 m Länge. Im Dachgeschoss ist eine Maisonette-Wohnung über drei Etagen untergebracht mit Studio im Spitzboden.


Die nördliche Straßenfassade des 8,0 m Hauses ist als reduzierte, flache und harte Klinker-Lochfassade im Kreuzverband mit flächenbündigen Natursteinbändern, die das Haus horizontal gliedern, geplant. Der Giebel wird durch kleine Rundbogenfenster analog zu den Luken der Lagerböden akzentuiert. Um die Massivität der Fassade zu betonen und diese vertikal zu gliedern, haben wir zwischen den Fenstern Formsteine mit halbrunden konkaven Wölbungen angeordnet. Das Normalgeschoss nimmt dieses Thema im größeren Maßstab wieder auf und bildet so mit dem Giebel eine Einheit.

Das Sockelgeschoss mit einer Höhe von über 4,50 m ist lediglich auf dem mit Naturstein umfassten leicht überhöhten Eingang und die zwei großen Fenster reduziert. Die Ziegelfuge ist in Fassadenfarbe gefärbt und unterstützt die monolithische Wirkung.

Das Haus ist im Grundriss als Zweifamilienhaus mit Maisonette-Wohnung geplant. Der Grundriss nimmt im Erdgeschoss die Idee des Lübecker Stadthauses auf mit seiner Anordnung von zwei Räumen (ehemals Stube) links und rechts des Eingangs. Die Linke gehört zur oberen Wohnung und kann als Büro genutzt werden. Dahinter ist direkt die interne Erschließung der oberen Wohngeschosse angeordnet. Der rechte Raum gehört zur unteren Wohnung mit der dahinter liegenden Küche und zweigeschossigen Diele zur Südterrasse. Der Seitenflügel erweitert den Wohnraum ebenfalls mit einem zweigeschossigem Luftraum. Im Normalgeschoss darüber befinden sich weitere Zimmer.

Die Wohnung im oberen Geschoss soll als besondere Wohnform hinter der Rundbogenlochfassade über zwei Geschosse erfolgen. Das 2. Obergeschoss hat einen Luftraum mit Galerie bis zum First und erlaubt durch die perforierte Fassade mit den kleinen Rundbogenfenstern eine besondere Atmosphäre.


Der Fassadenentwurf für diesen 5,5 m Haustyp interpretiert den gotischen Stufengiebel neu und gibt der gesamten Fassade ein Erscheinungsbild ohne fremd in der Stadtsilhouette zu wirken.

Der Ausgangspunkt für diese Fassade ist ein rationales Raster, definiert durch eine gewünschte und erforderliche Fensterbreite, welches auf die zur Verfügung stehenden Wandflächen projiziert wurde. Die Wandfläche entspricht der sichtbaren Fensterfläche. Das Raster ließe sich endlos fortstricken, ist aber durch das sehr schmale Zweifensterachsenhaus / Grundstück begrenzt. Die Putzflächen erhalten eine Nische oder Rahmung, je nach Betrachtungsweise. Es entsteht eine ambivalente Lesbarkeit der Fassade, gehört der Rahmen zum Fenster als Fasche oder zur Nische. Durch diese Rahmung oder Nische wird eine tektonische Gliederung suggeriert, die bis in den Stufengiebel fortgeführt wird und diesem seine Stufenform gibt. Um dem Giebel einen Abschluss zu geben sind die Nischen seitlich aufgelöst.

Um ein Normalgeschoss im vorhanden Fassadensystem auszubilden wurden drei stehende Fensterachsen zusammengefasst.

Die Grundrissdisposition dieses Einfamilienhauses trägt der Grundstücksbreite Rechnung. Pro Fassadenseite lässt sich nur ein ansprechendes Zimmer anordnen. Um einen, trotz der Enge und Tiefe des Hauses, hellen lichtdurchfluteten Raum zu erzeugen, haben wir den erdgeschossigen Raum zum Südgarten zweigeschossig ausgebildet. Der erdgeschossige Raum beinhaltet die Küche mit Ess- und Wohnzimmer. Im ersten Obergeschoss folgt das Schlafzimmer, in den weiteren Geschossen zwei weitere Zimmer und im Staffelgeschoss das Studio.